OnePlus war früher als Hersteller der "Flaggschiff-Killer" bekannt. So bot man Smartphones mit Flaggschiff-Prozessor für wenig Geld an. Mittlerweile unterscheiden sich die Flaggschiffe des Herstellers preislich nicht mehr von der Konkurrenz. So hat man vor zwei Jahren die Nord-Reihe ins Leben gerufen, um auch in der Mittelklasse mitzumischen. Das neue OnePlus Nord CE 2 macht dabei sogar einiges besser als das 50 Euro teurere Schwestermodell ohne den CE-Zusatz. Wir haben das neue Smartphone im Alltag getestet.
OnePlus Nord CE 2 im Test: Der erste Eindruck
Das OnePlus Nord CE 2 kommt mit Ladekabel und Netzteil zu dir. Letzteres bietet stolze 65 Watt Leistung, setzt aber leider noch auf einen altmodischen USB-A-Stecker. Ansonsten versteckt sich noch eine Kunststoff-Hülle mit schickem Streifenmuster im Lieferumfang. Unser Testgerät kommt zudem noch mit den beiden "Sandstone Bumper Cases". Diese sind etwas dicker als die mitgelieferte Hülle und liegen dank einer angerauten Oberfläche ideal in der Hand. Der Preis von 19 Euro ist fair.
Das Smartphone selbst ist in zwei Farben erhältlich: "Grey Mirror" und mein Favorit "Bahama Blue". Unser blaues Testgerät sieht optisch wirklich gut aus. Die blaue Rückseite schimmert je nach Licht an den Kanten leicht golden und ist ein echter Hingucker. Fingerabdrücke sammeln sich schnell auf der glänzenden Rückseite, sind dank der hellen Farbe aber nur bei genaueren Hinsehen sichtbar.

Haptisch begeistert mich das Smartphone hingegen weniger. So gibt die Kunststoff-Rückseite stark nach, und der USB-C-Port ist etwas scharfkantig. Beide "Probleme" lassen sich jedoch mit einem Case lösen.
AMOLED-Display mit 90 Hertz
Mittlerweile gehören FHD+-AMOLED-Displays auch in der Mittelklasse zum guten Ton. Und so ist auch das OnePlus Nord CE 2 mit einem solchen Panel ausgestattet. Sogar eine schnelle Bildwiederholrate von 90 Hertz wird unterstützt. Mit einer Größe von 6,43 Zoll ist das Smartphone durchschnittlich groß. Die Farben sind relativ kräftig und die Blickwinkelstabilität gut. Nur die Helligkeit hätte etwas höher ausfallen können. So haben wir das Smartphone im Alltag häufig bei voller Helligkeit genutzt und bei direktem Sonnenlicht gab es Probleme mit der Ablesbarkeit.

Mehr Features als das teurere Modell?
Das OnePlus Nord CE 2 ist mit einem MediaTek Dimensity 900 Prozessor ausgestattet. Dazu gibt es üppige 8 Gigabyte Arbeitsspeicher und 128 GB Speicherplatz für deine Daten. Im Gegensatz zum rund 50 Euro teureren Nord 2 ist der Prozessor beim CE gut 25 Prozent schwächer. Doch dafür lässt sich der interne Speicher per microSD-Karte erweitern. Gerade für Nutzer mit viel Platzbedarf ist diese Funktion wichtiger als etwas mehr Leistung. Im Benchmark kommt das Smartphone auf 424.082 AnTuTu-Punkte. Ein ordentlicher Wert für ein Mittelklasse-Smartphone.

Das bestätigen auch unsere Erfahrungen im Alltag. Apps starten schnell und auch aufwendige Spiele lassen sich problemlos spielen. In der Oberfläche kommt es dennoch regelmäßig zu Rucklern, insbesondere beim Wechseln zwischen Apps oder beim Scrollen durch Google News. Hierbei handelt es sich jedoch eher um ein Software-Problem, als um fehlende Leistung. Auch an anderen Stellen im System sind uns Softwareprobleme aufgefallen. Unter anderem beim Teilen von Fotos. Hier muss OnePlus dringend nachbessern.
Software auf dem OnePlus Nord CE 2
Auf unserem Testgerät ist die OnePlus-Oberfläche OxygenOS in Version 11.3 installiert. Diese basiert auf Android 11 und orientiert sich optisch stark an dem puren Android-Look. OnePlus hat jedoch zahlreiche Features zur Personalisierung integriert. Hierzu zählt ein Benachrichtigungslicht, diverse Layouts für das Always-On-Display und den Fingerabdrucksensor und vieles mehr.
Auch wenn es aktuell Pläne gibt, OxygenOS mit Oppos ColorOS zusammenzulegen, soll das OnePlus Nord CE 2 bei Oxygen bleiben, verspricht man uns. Android-Updates sollen zwei Jahre lang zur Verfügung stehen. Nach Android 12 und 13 dürfte also Schluss sein. Das ist für diese Preisklasse normal und wird eigentlich nur von Samsung besser gelöst. Sicherheitsupdates gibt es für drei Jahre. Zur Regelmäßigkeit macht OnePlus keine Angaben. Zum Testzeitpunkt war das aktuelle Update von Januar installiert.
Die "Tripple-Kamera" ausprobiert
Das OnePlus Nord CE 2 ist mit einer 64 Megapixel-Hauptkamera ausgestattet. Trotz der höheren Auflösung ist diese etwas schlechter als beim teureren Modell ohne CE. So wurde auch auf eine optische Bildstabilisierung verzichtet. Die zweite Kamera ist ein Ultraweitwinkel-Sensor mit einer Auflösung von 8 Megapixeln. Dazu kommt noch eine 2 Megapixel Makro-Kamera, um "Tripple-Kamera" auf das Datenblatt schreiben zu können.

Die Kamera-Ausstattung im Detail
- 50 Megapixel Hauptkamera (f/1,8)
- 8 Megapixel Ultraweitwinkel-Kamera (f/2,2)
- 2 Megapixel Makro-Kamera (f/2,4)
- 16 Megapixel Frontkamera (f/2,4)
Die Hauptkamera macht für den Preis brauchbare Fotos mit hoher Schärfe und realistischen Farben.

Auch bei Dunkelheit entstehen mit etwas Geschick gute Fotos, die für ein Mittelklasse-Smartphone angemessen sind.

Mit ihrer geringen Auflösung ist die Ultraweitwinkel-Kamera kein Foto-Wunder. Auch bei guten Lichtverhältnissen verwaschen dunklere Bereiche im Bild stark. Zudem sehen die Farben im Vergleich zur Hauptkamera übersättigt aus.

Die Makro-Kamera kannst du getrost ignorieren. Wie unser Vergleich zeigt, bist du auch bei Nahaufnahmen mit der Hauptkamera deutlich besser aufgehoben.


Akku ist ein echtes Highlight
Der 4.500 mAh große Akku ist ein echtes Highlight des OnePlus Nord CE 2. Und dies gleich in zweierlei Hinsicht. So fällt die Laufzeit mit über 15 Stunden im Benchmark überdurchschnittlich gut aus. Auch im Alltag kann das Mittelklasse-Smartphone mit einer ausgezeichneten Akkulaufzeit punkten. Bei moderater Benutzung sind zwei Tage problemlos machbar. Das andere Highlight ist das Ladetempo. Dank des starken 65 Watt Netzteils dauert eine komplette Ladung von leer bis 100 Prozent gerade einmal 36 Minuten. Ein Spitzenwert in dieser Preisklasse. Im Alltag hängst du mit dem OnePlus Nord CE 2 also nie mehr als 20 Minuten am Tag an der Steckdose.
Fazit: Ist das OnePlus Nord CE 2 die bessere Wahl?
Mit einem Preis von 349 Euro ist das OnePlus Nord CE 2 rund 50 Euro günstigerals das "normale" Nord 2. Unserer Meinung nach dürfte das günstigere CE-Modell dennoch die bessere Wahl für die meisten Nutzer sein. Vorteile beim "normalen" Nord 2 sind die bessere Verarbeitung mit Glas-Rückseite und die höhere Leistung. Damit ist das Smartphone besonders für Gamer interessant.
Für den Alltag ist jedoch auch die Leistung des CE-Modells vollkommen ausreichend. Und die Glas-Rückseite ist nur für die Nutzer relevant, die ihr Smartphone ohne Hülle verwenden möchten. Das OnePlus Nord CE 2 hat hingegen einen 3,5 Millimeter Kopfhöreranschluss und die Möglichkeit den internen Speicher per microSD-Karte zu erweitern. Beides Features, die sich für viele Nutzer als praktisch erweisen.
Die Kamera ist beim CE-Modell ein wenig schlechter, doch auch das teurere Nord 2 ist in dieser Kategorie eher zweckmäßig unterwegs, wie unser Test zeigt. Kamera-Fans würden wir eher zum Galaxy A52s raten. Deutlich besser als beim Samsung fällt bei beiden OnePlus Nord Smartphones hingegen die Akkulaufzeit aus.

Hardware-Wertung im Detail
- Gehäuse: 3 von 5 Sternen
- Display: 4 von 5 Sternen
- Ausstattung: 4,5 von 5 Sternen
- Kamera: 3 von 5 Sternen
- Software: 4 von 5 Sternen
- Akku: 4 von 5 Sternen
Pros des OnePlus Nord CE 2
- top Akkulaufzeit
- schnelles Ladetempo
- Kopfhörer-Port
- Speichererweiterung möglich
Contras des OnePlus Nord CE 2
- Kamera nur Mittelmaß
- Verarbeitung (Anschlüsse scharfkantig)
- Software zum Testzeitpunkt mit mehreren Bugs
Das OnePlus Nord CE 2 ist ab dem 3. März vorbestellbar. Marktstart ist am 10. März. Unser Testgerät wurde uns von OnePlus für die Dauer des Tests kostenfrei zur Verfügung gestellt. Dies hat keinen Einfluss auf unsere Berichterstattung.