Apple iPhone 16e im Test: Genial oder fauler Kompromiss?

9 Minuten
Apples iPhone 16e will mit dem A18-Chip, einem verbesserten Akku und Apple Intelligence punkten ohne den vollen Preis der Pro-Modelle zahlen zu müssen. Doch wo genau liegen die Stärken und Schwächen des iPhone 16e?
iPhone 16e
iPhone 16eBildquelle: inside digital

Ohne großes Tamtam hat Apple erst in der vergangenen Woche sein neues Einsteiger-iPhone vorgestellt. Früher waren das die berühmten SE-Modelle, jetzt hat sich Apple für ein schlichtes "e" an der Modellgeneration entschieden. Doch die entscheidende Frage ist nicht die nach dem Namen, sondern: Ist es am Ende vielleicht nur ein Kompromiss, den man besser nicht eingehen sollte? In diesem Test schauen wir uns das neue kleinste iPhone im Detail an.

Apple iPhone 16e: Design und Display

Während frühere Einsteiger-Modelle wie das iPhone SE mit kleineren Displays auf den Markt kamen, setzt das iPhone 16e auf ein 6,1-Zoll-OLED-Display. Das ist die Größe des iPhone 16 und auch dem iPhone 16 Pro. Damit bietet das Smartphone eine moderne Bildschirmgröße, unterscheidet sich aber dennoch in ein paar wesentlichen Punkten von seinen teureren Geschwistern.

Das Super-Retina-XDR-Display des iPhone 16e liefert knackige Farben und hohe Kontraste, muss sich aber in puncto Helligkeit dem iPhone 16 geschlagen geben. Das kommt auf 1.000 Nits und in HDR-Spitzen auf bis zu 1.600 Nits. Das iPhone 16e schafft hingegen "nur" 800 Nits (SDR) und 1.200 Nits (HDR). Das merkt man unter direkter Sonneneinstrahlung. Denn das iPhone 16 kann in Outdoor-Situationen sogar noch auf bis zu 2.000 Nits boosten.

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Auch bei der Bildschirmtechnik gibt es eine klare Abgrenzung zu den "normalen" Modellen. Das iPhone 16e kommt mit klassischer Notch, die teureren Modelle mit Dynamic Island. Zudem bleibt es bei 60 Hz – wer sich einmal an die 120 Hz von Apples ProMotion oder sogar noch höheren Frequenzen bei Android-Smartphones gewöhnt hat, wird das merken.

iPhone 16e von hinten
Apple iPhone 16e

Allgemein

Betriebssystem iOS
Prozessor A18 Chip
Arbeitsspeicher 8 GB
Kabellos aufladbar (Qi)
Wasser- und Staubdicht Untertauchen
Farbe
  • Schwarz
  • Weiß
Marktstart Februar 2025
Gewicht 167 g

Die Displayränder des iPhone 16e sind etwas dicker als beim iPhone 16. Damit wirkt das Gerät etwas klobiger als seine Modellbrüder. Besonders ohne Hülle fällt das auf, wenn man bereits an die schmaleren Ränder neuerer iPhones gewöhnt ist.

Bei der Hardware gibt es neben dem Display auch noch einen weiteren Punkt, den das neue iPhone 16e bietet: Mit dem neuen Action Button lassen sich verschiedene Funktionen wie der Kamerastart oder Schnellzugriffe auf Apps belegen – eine praktische Neuerung der 16er-Generation ist also direkt auch in die Einsteiger-Variante gekommen.

iPhone 16e
iPhone 16e

Verarbeitung des Einsteigers

Das iPhone 16e besitzt ein Gehäuse aus Aluminium mit einer Glasrückseite, die laut Apple das „härteste Glas in einem Smartphone“ sein soll. Dank IP68-Zertifizierung ist das Gerät gegen Staub und Wasser geschützt – theoretisch übersteht es bis zu 30 Minuten in einer Wassertiefe von 6 Metern. Die Verarbeitung ist dabei tadellos.

iPhone 16e
iPhone 16e

Das iPhone 16e ist dabei etwas leichter als die regulären iPhone 16, was es angenehmer in der Hand macht. Allerdings gibt es nur zwei Farboptionen: Schwarz und Weiß. Wer mehr Abwechslung möchte, muss also auf eine Hülle zurückgreifen – doch Achtung: MagSafe gibt es hier nicht, was die Auswahl an Zubehör einschränkt.

Die Software des Apple iPhone 16e

Auf dem iPhone 16e läuft, wie zu erwarten war, iOS 18. Auch wenn viele der neuen KI-Funktionen zunächst nur auf den Pro-Modellen verfügbar sind, zeigt Apple hier klar die Marschrichtung: intelligente Features, die tief ins System integriert sind. Wer ein iPhone 16e kauft, kann sich darauf verlassen, dass das Gerät Future-Proof ist. Also auch in den kommenden Jahren von neuen iOS-Features und Apple Intelligence profitieren wird. Allerdings sind die Apple-Intelligence-Funktionen der Konkurrenz noch deutlich unterlegen – hier liefert Apple bislang gute Ansätze, aber noch keine bahnbrechenden Features. Ob und wann Apple aufholt, bleibt abzuwarten.

Apple betont seit Jahren, dass Datenschutz ein zentraler Bestandteil seiner Software ist. Bei Apple Intelligence ist man deshalb besonders vorsichtig. Die meisten KI-Funktionen laufen direkt auf dem iPhone, ohne dass sensible Daten das iPhone verlassen. Falls doch größere Modelle aus der Cloud nötig sind, setzt Apple auf „Private Cloud Compute“ – Server mit speziell gesichertem Apple-Silizium, die laut Hersteller den Datenschutz auf iPhone-Niveau gewährleisten. Wenn allerdings Drittanbieter wie ChatGPT oder andere KI-Tools ins Spiel kommen, greifen die Datenschutzbestimmungen der jeweiligen Anbieter – und dann gelten Apples hohen Sicherheitsstandards nicht mehr.

iPhone 16e
iPhone 16e

Bleibt noch die Frage nach den Software-Updates: Apple gibt – anders als beispielsweise Samsung – keine offizielle Garantie für eine bestimmte Anzahl an Jahren. Die Praxis zeigt jedoch, dass iPhones meist deutlich länger als fünf Jahre mit Updates versorgt werden. Kaufst du dir also iPhone 16e, kannst du also mit Support noch bis zum Ende des Jahrzehnts rechnen.

Apple iPhone 16e: Die Leistung des A18

Im iPhone 16e steckt der A18-Chip, jedoch fehlt ihm ein GPU-Kern gegenüber dem Chip aus dem iPhone 16. Nutzt Apple hier A18-Chips, die für das iPhone 16 nicht gut genug waren? Offiziell kommuniziert Apple das natürlich nicht, aber es wäre nicht das erste Mal, dass schwächere Chips aus der Produktion in günstigeren Geräten landen. Trotzdem bleibt die Leistung auf einem hohen Niveau: Der 6-Kern-CPU und die 4-Kern-GPU liefern genug Power für Alltagsaufgaben, Fotobearbeitung und aktuelle Mobile Games. Allerdings fällt auf, dass Apple im Gegensatz zu den teureren Modellen kein Wort über Resident Evil 4 Remake oder Death Stranding verliert – zwei Titel, die für die Pro-Modelle angekündigt wurden. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass das iPhone 16e hier an seine Grenzen stoßen wird.

Foto: Handy Apple iPhone 16eFoto: Handy Apple iPhone 16
AppleApple
iPhone 16eiPhone 16

Allgemein

Betriebssystem iOS iOS
Prozessor A18 Chip Apple A18
Arbeitsspeicher 8 GB 8 GB
Kabellos aufladbar (Qi)
Wasser- und Staubdicht Untertauchen Untertauchen
Farbe
  • Schwarz
  • Weiß
  • Blau
  • Grün
  • Pink
  • Schwarz
  • Weiß
Marktstart 02.2025 09.2024
Gewicht 167 g 170 g
ab 759,90 €

Bei der Konnektivität fällt auf: Apple verzichtet auf Ultra-Wideband (UWB). Seit dem iPhone 11 ist das aber eigentlich Standard. Präzise Standortsuche für AirTags, das gezielte Orten eines iPhones per Apple Watch und andere UWB-Funktionen entfallen. Das iPhone 16e nutzt Apples ersten eigenen Mobilfunkchip, den C1-Modem. Der unterstützt zwar Sub-6-GHz-5G, aber kein Ultra-Wideband-mmWave. In Deutschland ist das kein großes Problem, aber in den USA könnte es für Highspeed-5G-Fans ein Downgrade sein. Schlussendlich gibt es auch nur Wi-Fi 6 statt Wi-Fi 7 und keinen Threads-Support. Für die meisten Nutzerinnen und Nutzer dürfte das kaum ins Gewicht fallen, aber wer ein Highspeed-Netzwerk mit der neuesten Technologie betreibt oder sein Smart-Home um das iPhone 16e als zentralen Baustein erweitern will, wird den Unterschied merken. Als Trostpflaster gibt es aber Satellitenkommunikation: Wie alle neuen iPhones unterstützt das iPhone 16e Notfall-SOS via Satellit, die Satelliten-Nachrichtenfunktion und sogar Roadside Assistance in den USA und UK.

Apple iPhone 16e: Die Kamera im Test

Bei Tageslicht liefert das iPhone 16e nahezu die gleiche Bildqualität wie das reguläre iPhone 16. Die 48-MP-Hauptkamera überzeugt mit lebendigen Farben, guter Belichtung und einer schnellen Auslöseverzögerung. Doch im Dunkeln zeigt sich der größte Unterschied: Das iPhone 16e verzichtet auf einen optischen Bildstabilisator (OIS), was sich besonders bei längeren Belichtungszeiten bemerkbar macht. Je dunkler es wird, desto mehr leidet die Schärfe – und das iPhone 16e fällt schließlich auch bei verkleinerter Ansicht spürbar hinter das iPhone 16 zurück.

Apple iPhone 16e
Apple iPhone 16e

Ein großes Manko ist das fehlende Ultraweitwinkel-Objektiv. Wer häufig Gruppenfotos in engen Räumen oder weitläufige Panoramen aufnimmt, wird dieses Modul vermissen. Auch Features wie Spatial Video und Cinematic Video bleiben dem iPhone 16e verwehrt – ebenso die neuste Version der Photographic Styles, mit denen sich der Bildlook bereits vor der Aufnahme anpassen lässt.

Apple iPhone 16e
Apple iPhone 16e

Überraschend gut schlägt sich hingegen der Porträtmodus. Trotz der Einschränkungen durch das Single-Kamera-Setup gelingt die Freistellung von Motiv und Hintergrund erstaunlich präzise, was ein großer Fortschritt gegenüber dem iPhone SE 3 ist. Dennoch: Im Vergleich zu den regulären iPhones der 16er-Generation musst du bei der Kamera auf vieles verzichten.

Apple iPhone 16e
Apple iPhone 16e

Der Akku im Test

Die Ladegeschwindigkeit liegt auf Apple-typischem Niveau: Mit einem 20 W schnellen USB-C-Netzteil lädt das iPhone 16e in 30 Minuten auf 55 Prozent und erreicht nach 87 Minuten die volle Ladung. Damit bleibt Apple bei einem eher defensivem Vorgehen, was den Akku schonen hilft. Apple verspricht für das iPhone 16e aber die beste Akkulaufzeit in einem 6,1-Zoll-iPhone – und nach meinen Tests kann ich das bestätigen. Im Alltag hält das Smartphone locker einen ganzen Tag durch, oft sogar länger. Ein Grund für die starke Laufzeit ist das neue Apple-C1-Modem. Apple bewirbt es als das „stromsparendste Modem aller Zeiten in einem iPhone“. Auch der Akku selbst ist größer als im iPhone 16, was zusätzlich für eine längere Laufzeit sorgt.

iPhone 16e
iPhone 16e

Doch das größte Manko ist das Fehlen von MagSafe. Das iPhone 16e ist das erste iPhone seit dem iPhone 12, das ohne MagSafe auf den Markt kommt. Kabelloses Laden ist zwar per Qi mit 7,5W möglich, aber ohne Magnete ist das Erlebnis weniger komfortabel. Wer wie ich MagSafe-Zubehör wie Wallets, Autohalterungen oder magnetische Lade-Pucks nutzt, sollte sich also bei einem anderen iPhone-Modell umsehen.

Der Preis des iPhone 16e

Mindestens knapp 700 Euro musst du für das neue iPhone 16e auf den Tisch legen. Das sind 170 Euro mehr als für das iPhone SE (2022). Die Preisstruktur bleibt dabei Apple-typisch. In der größten Speichervariante mit 512 GB zahlst du 1.079 Euro. Das ist so viel wie für ein reguläres iPhone 16 mit 256 GB. Ein Blick auf die Marktpreise macht den Vergleich aber komplizierter. Das iPhone 15 gibt es oft unter 700, und das iPhone 16 fällt ab und an unter 800 Euro.

128 GB256 GB512 GB
iPhone 16e699 Euro829 Euro1.079 Euro
iPhone 15849 Euro979 Euro1.229 Euro
iPhone 16949 Euro1.079 Euro1.329 Euro

Apple iPhone 16e im Test: Das Fazit

Das iPhone 16e ist ein richtig gutes Einsteiger-iPhone für alle, die neu ins Apple-Ökosystem einsteigen wollen. Es bringt Apple Intelligence, eine unglaublich lange Akkulaufzeit und den A18-Chip mit. Damit ist es eine zukunftssichere Wahl. Allerdings gibt es auch Kompromisse: Das fehlende MagSafe schränkt die Nutzung von Zubehör ein, das Fehlen eines Ultraweitwinkel-Objektivs macht sich in der Kameraleistung bemerkbar, und bei Features wie UWB und Wi-Fi 7 wurde gespart.

Zudem lohnt sich ein Blick auf das iPhone 15, das oft günstiger zu haben ist und in manchen Bereichen keine Abstriche macht – aber eben dann ohne Apple Intelligence an Bord kommt. Wer jedoch die neuesten Apple-Features und eine Top-Akkulaufzeit will, der findet im iPhone 16e eine kluge Wahl – auch wenn man hier und da einen Kompromiss eingehen muss.

Pros des iPhone 16e

  • Starker A18-Chip mit hoher Effizienz
  • Hervorragende Akkulaufzeit
  • Super-Retina-XDR-Display mit hohen Kontrasten
  • Starke 48-MP-Kamera
  • Apple Intelligence bringt smarte Features

Contras zum iPhone 16e

  • Kein Always-On-Display
  • Nur eine einzige Kamera
  • Keine ProMotion-Technologie (120 Hz fehlt)
  • Kein Magsafe

Bildquellen

  • iPhone 16e: inside digital
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1 KOMMENTAR

  1. Nutzerbild Stefan

    Zitat:
    „Das iPhone 16e verzichtet auf einen optischen Bildstabilisator (OIS), was sich besonders bei längeren Belichtungszeiten bemerkbar macht.“
    —-
    Das ist natürlich quark, auch das 16e hat selbstverständlich einen optischen Bildstabilisator.
    https://www.apple.com/de/iphone-16e/specs/

    Antwort

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