Klipsch, hierzulande eher wenig bekannt, ist in den USA einer der führenden Hersteller von audiophilen Lautsprechern. Sie gehören zu den weltweit besten, aber auch teuersten und sind vor allem bei Hi-Fi-Enthusiasten beliebt. Wir hatten bereits mehrere Kopfhörer von Klipsch im Test, wie etwa die T5 II, die uns mit einem atemberaubenden Klang überraschten. Mit dem Heritage Groove lieferte Klipsch vor rund drei Jahren auch seinen ersten kompakten Bluetooth-Lautsprecher, der uns im Test jedoch nicht vollends überzeugen konnte. Die Kritik nahm sich das Unternehmen offenbar zu Herzen und bringt mit dem Austin, Nashville und Detroit gleich drei neue Bluetooth-Lautsprecher auf den Markt, die alles besser machen sollen. Und was den Klipsch Nashville angeht, gelingt das auch.
Klipsch Nashville: Die technischen Daten
- Anschlüsse: Bluetooth 5.3, USB-C
- Größe (Breite x Höhe x Tiefe): 17,8 x 7,8 x 8,4 cm
- Gewicht: 850 g
- Leistung: 2 x 10 W (RMS)
- Frequenzbereich: 60 Hz bis 20 kHz
- Codec: SBC
- Akku: k.A.
- Akkulaufzeit: 24 Stunden
- Akku-Ladezeit: 1,5 Stunden
- Stereo-Modus: ja
- Party-Modus: ja (Broadcast Mode)
- Wasserfest: ja (IP67)
- Farben: Schwarz
Design und Bedienung
Wirft man einen ersten Blick auf den Klipsch Nashville, wird einem sofort klar: Der Lautsprecher will aus der Masse hervorstechen. Das gelingt dem Nashville vor allem mit dem schwarz lackierten Lochblech vorn und hinten. Das Gehäuse indes ist aus Kunststoff und mit Gummi ummantelt. Letzteres sorgt dafür, dass der Lautsprecher sicher steht – selbst auf schiefen Ebenen. Aber auch, dass er nicht aus der Hand rutscht, wenn man ihn von einem Ort zum anderen trägt.
Die Kopplung des Klipsch Nashville mit einem iPhone, Android-Handy oder dem Laptop läuft schnell und ohne Probleme. Hat man mehrere Lautsprecher der Städte-Reihe des Herstellers (Austin, Nashville oder Detroit), lassen sie sich miteinander verbinden und Musik schallt aus mehreren Richtungen. Bei zwei Nashville-Modellen lässt sich auch ein Stereo-Klang erzeugen.
→ Du willst einen Bluetooth-Lautsprecher kaufen? Das solltest du vor dem Kauf wissen
Bedient wird der Klipsch Nashville über die vier Taster auf der Oberseite. Hier lässt sich der Batteriestatus abfragen, wenn man im Betrieb den Ein- und Ausschalttaster betätigt, die Musik pausieren und wiedergeben, wenn man die Bluetooth-Taste drückt und mit den + und – Tastern die Lautstärke verändern. Wer aber Lieder überspringen will, muss sein Handy herausholen.
Die leicht erhabenen Tasten haben zwar einen sehr angenehmen Druckpunkt, sind aber nicht beleuchtet. Wer den Klipsch Nashville im Dunkeln bedienen will, muss sich also auf seinen Tastsinn verlassen. Eine Orientierung bietet die schwach leuchtende LED auf der Oberseite. Denn direkt unter ihr befindet sich der Bluetooth-Button, mit dem man die Musik pausieren kann. Ein Taster weiter rechts wird die Musik leiser, zwei Taster weiter rechts lauter. Wer das einmal verinnerlicht hat, dem dürften beleuchtete Tasten nicht mehr fehlen.
Klang
Bluetooth-Lautsprecher im Format des Klipsch Nashville versuchen häufig mit einem heftigen Bass zu imponieren. Man wundert sich dann oft: so ein kleiner Lautsprecher und dann doch so viel Wumms! Klipsch geht einen etwas anderen Weg. Keine Frage: Wer Bass will, bekommt ihn auch. Dazu muss man in der Klipsch-App nur einen virtuellen Regler im Equalizer nach oben schieben. Doch das Unternehmen legt beim Klipsch Nashville viel mehr Wert auf einen ausgewogenen Klang mit eher natürlichen denn übertriebenen Tiefen. Auch wenn man voll aufdreht, verzerrt der Klang nicht. Das ist bei vielen anderen Lautsprechern dieser Größenklasse anders.
Bei vielen Songs lassen sich auch feine Details heraushören. Die Mitten sind kraftvoll, die Höhen sauber. Zudem bietet der Klipsch Nashville eine recht breite Bühne. Das dürfte daran liegen, dass die verbauten Lautsprecher nicht nur nach vorne ausstrahlen, sondern doppelt vorhanden sind und Musik auch nach hinten durch das Lochgitter pressen. Zwar spricht Klipsch von einem 360-Grad-Klang, doch ganz so räumlich ist der Sound dann doch nicht.
Einstellungen und Akku
Wer den Klipsch Nashville mit einem Handy verbindet, sollte sich auch die „Klipsch Connect App“ herunterladen, die es für Android-Smartphones und das iPhone gibt. Hier bekommt man nicht nur Updates und damit möglicherweise auch neue Funktionen für den Lautsprecher. Per Equalizer und einigen vordefinierten Soundprofilen lässt sich der Klang auch an den eigenen Geschmack anpassen und etwa wärmer oder basslastiger gestalten. Zudem lässt sich in der App auch das etwas laute Geräusch, dass der Klipsch Nashville beim Ein- und Ausschalten von sich gibt, eliminieren.
Der Akku des Klipsch Nashville hält dem Hersteller zufolge 24 Stunden durch und ist in 1,5 Stunden wieder voll aufgeladen. Zudem kann der Lautsprecher das Handy aufladen, sollte dem Smartphone mal der Saft ausgehen und die Party ist noch nicht vorbei. Im Test zeigt sich: Die Angaben des Herstellers zur Akkulauf- und ladezeit können wir bestätigen. Freilich kommt es immer darauf an, wie laut man Musik hört. Doch eine lange Partynacht oder ein ganzer Tag Gartenarbeit sind für den Klipsch Nashville kein Problem.
Fazit
Wer großen Wert auf einen ausgewogenen Klang legt und keine reine Bassröhre haben möchte, ist beim Klipsch Nashville goldrichtig. Der Lautsprecher überzeugt aber nicht nur mit seinem breiten und neutralen Klang. Wer mehr Bass will, kann den aber auch im Equalizer der dazugehörigen App hochdrehen.
Darüber hinaus punktet der Klipsch Nashville mit einer langen Akkulaufzeit, seiner wasserdichten Eigenschaft, die den Lautsprecher Outdoor-fähig macht und seiner Lochgitter-Optik. Nicht so gut gefallen hat uns, dass die App stellenweise auf Deutsch, teils aber auch auf Englisch ist. Das dürfte sich aber per Update seitens des Herstellers recht einfach und schnell lösen lassen. Insgesamt ist der Klipsch Nashville eine kompakte Sound-Maschine, die vor allem Musik-Liebhabern gefallen dürfte.
Klipsch verlangt für den Lautsprecher rund 180 Euro. Damit liegt der Nashville preislich etwas über dem Niveau seiner direkten Konkurrenten von Marshall (Emberton II) und JBL (Charge 5), die beide etwa 40 Euro günstiger sind. Sollte der Nashville in den kommenden Wochen aber sich im Preis annähern, spricht vor allem ein Argument für den Lautsprecher von Klipsch, als für die von JBL oder Marshall: der ausgewogenere, breitere und sauberere Klang.
Pro
- Ausgewogener und neutraler Klang
- Per App lässt sich der Klang deutlich verändern
- Staub- und Wasserdicht
- Lange Akkulaufzeit
- Schnell wieder aufgeladen
Contra
- App teilweise in Englisch und recht rudimentär
- Keine beleuchteten Tasten
- Kein Klinkeneingang
Über unsere Links
Mit diesen Symbolen kennzeichnen wir Partner-Links. Wenn du so einen Link oder Button anklickst oder darüber einkaufst, erhalten wir eine kleine Vergütung vom jeweiligen Website-Betreiber. Auf den Preis eines Kaufs hat das keine Auswirkung. Du hilfst uns aber, inside digital weiterhin kostenlos anbieten zu können. Vielen Dank!