Die Sonne bringt uns zum Saisonstart Temperaturen von über 20 Grad und vielerorts einen strahlend blauen Himmel. Dazu sind viele Motorräder mit Saisonkennzeichen ab April wieder „im Dienst“. Doch ein paar Dinge sollten auch erfahrene Biker vor der ersten Ausfahrt beachten. Und das betrifft Bike, wie auch den Fahrer.
Motorrad checken
Bei vielen Bikern steht das Motorrad – ob elektrisch oder mit Verbrenner – über den Winter im Trockenen, ohne gefahren zu werden. Deshalb solltest du dir dein Motorrad schon vor der ersten Fahrt genauer anschauen. Bist du dir bei deinem Check unsicher, solltest du jedoch dein Motorrad in die Werkstatt bringen. Denn hier gilt: sicher ist sicher.
Doch vieles kannst du auch selbst kontrollieren und schon vorab checken. Dazu gehören die Flüssigkeiten. Im Idealfall ist der Tank ohnehin randvoll vom Einmotten im Herbst. Doch auch die Bremsflüssigkeit, das Motoröl und die Kühlflüssigkeit sollten unter die Lupe genommen werden. Das gilt apropos auch für vermeintlich wartungsärmere E-Motorräder. Denn auch hier brauchen die Bremsen Flüssigkeit, um zupacken zu können.
- Die aktuelle Folge 154 der Casa Casi: Wann geben E-Motorräder endlich Vollgas?
Dazu kommt ein Batterie-Check. Bei E-Motorrädern sollte es bei richtiger Lagerung hier weniger Probleme geben, aber bei Verbrennern kann es schon vorkommen, dass du einen Jumpstarter brauchst, um deinem Bike wieder Leben einzuhauchen.
Dann geht es an die Reifen: Sind die Flanken und die Laufflächen noch in Schuss? Haben sie den korrekten Druck? Ist noch genug Profil vorhanden? Und gerade bei Wenigfahrern wichtig: Sind die Reifen zu alt, müssen sie ausgetauscht werden, egal, wie gut das Profil und der Gesamtzustand sind. Ist auch hier ein Haken dran, kannst du dich um deine Beleuchtung kümmern. Blinker, Fern- und Abblendlicht und, wenn verbaut, die Warnblinklichtanlage können allesamt selbst begutachtet werden. Für den Bremslichtcheck kannst du dich mit dem Motorrad rückwärts an eine Wand stellen und so kontrollieren, ob die Lampe beim Bremsen aufleuchtet.

Schlussendlich solltest du die Bremsscheiben kontrollieren und auf Rost und Verschleiß abklopfen. Hier gilt noch deutlicher als woanders: Bist du dir unsicher, ist ein Werkstattbesuch Pflicht. Ist augenscheinlich alles in Ordnung, kannst du dich langsam und mit ersten Bremstests und -übungen ans Fahren wagen.
Ausstattung kontrollieren
Doch bevor es losgeht, solltest du noch einen Blick hauptsächlich auf die sicherheitsrelevante Ausstattung werfen. Der Helm darf keine Risse haben, sollte nicht zu alt und auch nicht schon mal heruntergefallen sein. Denn das kann zu kleinen Rissen führen, die die Schutzwirkung drastisch abschwächen. Bei Jacke, Hose und Stiefel solltest du den Sitz, die Größe und die Unversehrtheit der Protektoren beachten. Flatternde und schlecht sitzende Kleidung kann dich nämlich nicht nur in brenzligen Situationen ins Schwitzen bringen.

Körperliche und mentale Fitness
Wenn das Motorrad bereit ist, die Kleidung sitzt und der Helm glänzt, kann es auf die erste Runde gehen. Bedenke aber, dass du nach einer langen Pause deine Sinne, den Geist und auch den Körper wieder vom Couch- in den Verkehrs-Modus versetzen musst.
Sei also gerade zum Start in die neue Saison vorsichtig, im Zweifel lieber langsamer und defensiv. Denn nicht nur du, sondern auch die anderen Verkehrsteilnehmer müssen sich erst wieder an die wenigen und schnellen Zweiräder gewöhnen. Es hilft auch, zum Start auf einem sicheren Gelände einige Grundfahr-Situationen aufzufrischen. Slalom fahren, Bremsen üben und die Blickführung kannst du zum Beispiel auf leeren Parkplätzen oder in ruhigen Nebenstraßen üben.
