Mit jeder Fahrt auf der Straße hinterlassen wir Spuren. Schlaglöcher, Risse und unregelmäßige Fahrbahnen sind oft Hindernisse, die uns begleiten, ohne dass wir ihnen viel Aufmerksamkeit schenken. Doch genau hier setzt vialytics an, ein Start-up, das die Straßeninfrastruktur nicht nur reparieren, sondern sie revolutionieren möchte. In einer Welt, in der Infrastruktur häufig im Hintergrund bleibt, will dieses Unternehmen dafür sorgen, dass Straßen nicht nur sicherer, sondern auch smarter werden – und das alles ohne den Einsatz traditioneller Methoden. Ein Blick auf vialytics zeigt, wie Technologie den Weg zu einer besseren, nachhaltigeren Mobilität ebnen kann.
Wie steht es um deutsche Straßen?
Im Januar 2025 hat Statista eine Online-Umfrage durchgeführt, um herauszufinden, wie zufrieden Bürger mit den Straßen in Deutschland sind. Aus dieser Umfrage ergab sich, dass nur zwei Prozent von 2.016 befragten Personen sehr zufrieden mit den Straßen sind und sie in einem guten Zustand sehen. 21 Prozent äußern, dass sie zufrieden sind und es wenige Stellen gibt, die reparaturbedürftig sind. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) stimmen für „weniger zufrieden, es gibt viele Schlaglöcher und Unebenheiten“. Die restlichen 23 Prozent sind unzufrieden und sagen, die Straßen sind in einem schlechten Zustand und müssen dringend saniert werden.
Aus dieser Umfrage geht heraus, dass der Großteil der deutschen Bürger eher unzufrieden mit der Qualität der Straßen ist. So werden Straßenschäden ein immer größer werdendes Problem, da Städte mit der Ausbesserung nur langsam vorankommen. Doch für Erleichterung will das Start-up vialytics sorgen.
Was ist vialytics?
Vialytics bietet eine effiziente Lösung für die Planung und Priorisierung von Straßenbaumaßnahmen. Mit der vialytics-Planungsliste können Städte und Kommunen ihre Straßenprojekte datenbasiert und objektiv identifizieren, priorisieren und planen. Die Software ermöglicht eine benutzerdefinierte Anpassung der Planungsliste, inklusive der Integration individueller Attribute und der automatischen Berechnung von Kosten. Zudem unterstützt vialytics bei der Haushaltsplanung, indem es eine präzise Prognose der Zustände und Nutzjahre der Straßen bietet. Mit dieser Lösung können Ressourcen optimal eingesetzt und Maßnahmen bei begrenztem Budget effizient umgesetzt werden. Vialytics ist seit 2018 aktiv und wird seitdem in bis zu 7 Ländern genutzt. Daneben haben sie sich bis 2030 das Ziel gesetzt, 400.000 Kilometer Straßenstrecke zu verwalten.
Mittlerweile sind sie Marktführer für Straßenmanagementsysteme. Laut vialytics setzen über 600 Kommunen auf ihr Straßenmanagement und es wurden bereits mehr als 160.000 Kilometer Straßennetz mithilfe ihrer Künstlichen Intelligenz erfasst.
Wie läuft die Analyse von Straßenschäden ab?
Die Erfassung von Straßenschäden läuft recht simpel ab. Dafür installierst du zunächst ein vialytics Smartphone mit einer Halterung hinter der Windschutzscheibe eines Fahrzeugs. Danach startest du die Streckenaufzeichnung und erfasst den Zustand der Straßen. Auch Radwege erfasst du auf diese Weise. Um alle Straßenschäden aufzeichnen zu können, nimmt das System alle vier Meter ein Foto der Straße auf und speichert dieses inklusive GPS-Spur. Wenn während der Fahrt Straßenschäden auffallen, die nicht vom System aufgezeichnet werden, kann per Bluetooth-Knopf manuell eine Aufnahme getätigt werden.
Zur Aufnahme jeglicher Schäden können diese Handys beispielsweise in den Autos von der Müllabfuhr oder der Post installiert werden, da diese zu jedem Haus fahren und so das ganze Streckennetz innerhalb einer Stadt/Kommune abdecken.
Nachdem der Algorithmus ein paar Tage mit dem erfassten Bildmaterial gearbeitet hat, können Ergebnisse im Web-System im Browser eingesehen werden. Der Algorithmus unterscheidet dann zwischen 15 Schadenskategorien und fügt sogar die Länge/Breite der Straßenschäden hinzu. Alle Kennzeichen und Gesichter werden DSGVO-konform verpixelt.

Sogar Räum- und Streupflichten können im sogenannten Winterdienst-Modus festgehalten und erfüllt werden. Doch vialytics hat noch mehr Funktionen zu bieten: Von der Kontrolle von Schaukeln auf öffentlichen Spielplätzen, zu der Inventarisierung von Spielplatzobjekten im System und mehr.
- In diesem Video kannst du sehen, wie so eine Bestandsaufnahme und Analyse von Straßenschäden aussieht.
Verschiedene Pakete im Angebot
vialytics bietet drei verschiedene Pakete, welche man buchen kann. Das kleinste Paket ist „vialytics ESSENTIALS“ und bietet die digitalisierte Erfassung und Dokumentation der Straßeninfrastruktur sowie die Überwachung von Aufgaben. Das erweiterte Paket „vialytics PRO“ beinhaltet die Dokumentation, die KI-Nutzung zur automatisierten Analyse, die Planung von Maßnahmen und die Überwachung von Ressourcen beinhaltet. „vialytics ENTERPRISE“ bietet dann das volle Programm. Dieses Paket beinhaltet alle Funktionen, von Dokumentation über KI-Nutzung zur Automatisierung, zur Planung und Integration von Aufgaben, sowie die Überwachung des Budgets.
Die Preisstruktur basiert auf der Größe und der Art der Straße und dem Leistungsumfang. Die Größe und Art der Straße bezieht sich auf die Gesamtlänge des Straßennetzes und die Unterscheidung zwischen Kreis- und Ortsstraßen, sowie Wirtschaftswegen und Radwegen. Der Leistungsumfang steht für das ausgewählte Paket, also ESSENTIALS, PRO oder ENTERPRISE, und die gewünschten Module.
Wir haben bei vialytics eine Preisanfrage erfragt. Dies ist laut vialytics leider nicht möglich, da sich alle Preise immer abhängig der gebuchten Module, dem Umfang des Streckennetzes und der Vertragslaufzeit berechnen. Daneben teilte mir ein Pressesprecher mit, dass alle Module frisch aktualisiert wurden. So bleiben Sie auch in Zukunft weiter skalierbar und flexibel, denn ihr System entwickelt sich kontinuierlich weiter, um das bestmögliche zu bieten.
Was kannst du als Bürger gegen Straßenschäden tun?
Da vialytics in dem ganzen Schlagloch-Dilemma die Seite der Städte und Kommunen unterstützt, ist die Frage aufgekommen, was man denn als Bürger dagegen tun kann. Hier leistet die App des ADAC Abhilfe, die den Namen „Läuft’s?“ trägt. In dieser App kannst du ganz simpel und anonym einen Mangel melden. Der Dienst ist momentan in Schleswig-Holstein, NRW, Hessen, Thüringen, Bayern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Bremen verfügbar.
Dafür musst du erstmal die App via Apple-App Store, Google Play Store oder direkt auf der Website herunterladen. Dann kannst du auf „Neue Meldung“ klicken, die Position vor per GPS oder auf der Karte durchführen, ein Foto hochladen, die Kategorie des Schadens auswählen und optional noch weitere Dinge angeben. Verkehrsexperten vom ADAC bearbeiten diese Meldung dann und geben sie umgehend an die zuständigen Kommunen oder Behörden weiter. Je detaillierter die Angaben sind, desto hilfreicher ist die Meldung. Du kannst in der App auch den Bearbeitungsstatus deiner Meldungen einsehen, sowie alle übrigen Meldungen.
