Der Kundenansturm auf die Deutsche Telekom geht weiter. Auch im vierten Quartal des vergangenen Jahres konnte sich der größte deutsche Telekommunikationskonzern über ein gewaltiges Kundenplus freuen. Nicht nur die Zahl der Mobilfunkanschlüsse legte kräftig zu, auch die Zahl der Breitbandkunden ist weiter auf Wachstumskurs. Rückläufig sind hingegen klassische Festnetzanschlüsse.
Deutsche Telekom darf über viele (neue) Mobilfunkkunden jubeln
Die Zahl der Mobilfunkkunden verbesserte sich zwischen Oktober und Dezember vergangenen Jahres um 1,63 auf 68,55 Millionen. Neben 1,36 Millionen hinzugewonnenen Prepaid-Kunden – der Großteil davon stammt von M2M-Karten der Automobilindustrie – legte auch die Zahl der Vertragskunden im abgeschlossenen Quartal zu: um 329.000 auf 26,53 Millionen. Noch ist Telefónica Deutschland mit rund 28,5 Millionen Vertragskunden die Nummer Eins in Deutschland. Doch es dürfte nicht mehr lange dauern, dann ist wieder die Deutsche Telekom in diesem Segment der Spitzenreiter. Bei Prepaid-Kunden, hier kommt die Telekom auf 42,02 Millionen geschaltete SIM-Karten, ist das schon jetzt der Fall.
Die Zahl der Breitband-Anschlüsse legte bei der Deutschen Telekom um 16.000 auf 15,15 Millionen zu. Rund 51 Prozent der Kunden nutzen einen Tarif, der 100 Mbit/s oder mehr im Downstream zur Verfügung stellt. Gleichzeitig nahm die Zahl der noch geschalteten Festnetzanschlüsse aber um 57.000 auf 17,16 Millionen ab. Der Grund: Immer mehr Menschen telefonieren nur noch mit dem Handy, über das Kabelnetz oder über das Internet und verzichten deswegen auf einen Festnetzanschluss. Würde die Telekom nicht darauf bestehen, dass bei den eigenen Internettarifen ein Festnetzanschluss an einen Breitbandanschluss gekoppelt ist, wären bereits viel weniger Festnetzanschlüsse in Deutschland geschaltet. Dass es auch anders geht, beweist die Telekom-Tochter congstar. Dort ist ein klassischer VDSL-Anschluss auch ohne Festnetzzugang erhältlich; aktuell sogar ohne Anschlussgebühr.
Immer weniger Festnetzkunden in Deutschland
Doch zurück zur Telekom: Immer mehr Kunden nutzen ihren Breitbandanschluss auch, um über das Internet fernzusehen. Das IPTV-Produkt MagentaTV ist inzwischen der Fernsehstandard für 4,64 Millionen Kunden. Allein im vierten Quartal entscheiden sich 48.000 neue Kunden für das Internet-Fernsehen der Telekom. Kaum noch eine Rolle spielen hingegen Teilnehmeranschlussleitungen (TAL), die Telekom-Wettbewerber per Miete nutzen, um eigene DSL-Angebote zu realisieren. Zwischen Oktober und Dezember verlor die Telekom 133.000 in diesem Segment weitere Leitungsmieten, sodass sich ihre Anzahl auf 1,89 Millionen reduzierte. Rund 10 Euro kassiert die Telekom pro Monat für die Miete von ihren Wettbewerbern, verliert hier also mehr und mehr einen einst bedeutenden Umsatzbringer.
Auf internationalem Parkett punktet die Telekom im Mobilfunk hauptsächlich in den USA. Hier kletterte die Kundenzahl im vergangenen Quartal um 2,04 auf 129,53 Millionen; davon 104,12 Millionen Vertragskunden. Im restlichen Europa war hingegen kaum Wachstum im Mobilfunk zu verzeichnen. Hier konnte die Telekom nur um 10.000 Handykunden auf 49,72 Millionen wachsen – davon 27,95 Millionen Vertragskunden. Die Zahl der Festnetzanschlüsse kletterte in Europa abseits des Heimatmarktes um 31.000 auf 8,08 Millionen, bei den Breitbandanschlüssen war ein Wachstum um 77.000 auf 7,22 Millionen zu verzeichnen. Und die Zahl der TV-Kunden legte um 35.000 auf 4,41 Millionen zu.
Deutsche Telekom macht mehr Umsatz und Gewinn
Operativ hatten die zahlreichen Kundengewinne weltweit eine Steigerung des Quartalsumsatzes zur Folge. Gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um 5,3 Prozent auf 30,93 Milliarden Euro. Das Gesamtjahr 2024 schloss die Telekom mit einem Umsatzplus von 3,4 Prozent auf 115,77 Milliarden Euro ab. Davon wurden 76,3 Prozent im Ausland erwirtschaftet. Der Service-Umsatz legte im vierten Quartal um 3,9 Prozent auf 24,84 Milliarden Euro zu, auf Jahresbasis ebenfalls um 3,9 Prozent auf 96,54 Milliarden Euro. Der bereinigte Konzerngewinn lag im Schlussquartal bei 2,35 Milliarden Euro. Insgesamt blieben 2024 knapp 9,40 Milliarden Euro in den Telekom-Kassen; 18,3 Prozent mehr als noch 2023. Und für 2025 ist weiteres Wachstum fest eingeplant.
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