Beliebter Autobauer täuscht Kunden und schweigt: Untersuchung eingeleitet

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Wie viele Tausend Autofahrer betroffen sind, lässt sich derzeit noch nicht abschätzen. Doch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat die Ermittlungen gegen einen beliebten Autobauer aufgenommen. Dieser aber schweigt, statt seine Kunden vor einer hohen Gefahr zu warnen.
Untersuchung eingeleitet: Beliebter Autobauer täuscht Kunden und schweigt

Untersuchung eingeleitet: Beliebter Autobauer täuscht Kunden und schweigt

Dass Autobauer immer wieder Fahrzeuge in den Handel bringen, die Mängel aufweisen, ist keine Seltenheit. Manche Hersteller sind sorgfältiger, andere hingegen verzeichnen ein hohes Aufkommen an Rückrufen. Doch in der Regel beheben Autobauer Fehler und wechseln defekte Bauteile, wenn sie ihre Autos zurückrufen. Aber: Nicht selten schaltet sich das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) ein, um VW, Mercedes, Toyota oder Ford mit den Problemen zu konfrontieren. Als zuständige Behörde für Rückrufe hat das KBA jetzt erneut eine Untersuchung gegen einen beliebten Autobauer eingeleitet. Doch der hüllt sich in Schweigen.

Behörde ermittelt gegen Autobauer: Was ist da los?

Stell dir vor, du bist mit deinem Auto mit 130 km/h auf der Autobahn unterwegs und plötzlich beginnt es von allein, schlagartig und völlig grundlos zu bremsen. Das dürfte nicht nur für einen Schreckmoment sorgen, sondern gefährdet auch den Straßenverkehr. Auch deshalb haben sich jetzt die deutschen Aufseher eingeschaltet und Ermittlungen gegen den Autobauer Tesla eingeleitet. Denn das als Phantombremsen bekannte Problem betrifft offenbar immer mehr Autofahrer. Wie viele genau, will das KBA derzeit nicht mitteilen, da die Ermittlungen noch andauern. Es könnten aber allein in Deutschland mehr als 100.000 Autos betroffen sein.

Diesel und Benziner? Dieser Endgegner ist das eigentliche Problem

„Sofern erforderlich, wird das KBA zu gegebener Zeit geeignete Maßnahmen ergreifen“, sagt ein Sprecher der Behörde dem Handelsblatt. Der Autobauer aber schweigt und antwortete nicht auf Fragen zu der Untersuchung der Behörde. Dabei ist das Problem nicht neu. Das Handelsblatt berichtete bereits 2023 über interne Tesla-Dokumente. Darin tauchten Tausende Beschwerden von Kunden auf, deren Autos anlasslos gebremst haben sollen. Tesla hat sich bis heute nicht um dieses Problem gekümmert.

Gericht urteilt mit „mangelhaft“

Es scheint, als wären dem Tesla-Chef Elon Musk derzeit andere Dinge wichtiger. Während er seinen Autokäufern bereits seit zehn Jahren echtes autonomes Fahren verspricht, benötigt selbst die neueste Version von Teslas Autopilot menschliche Aufsicht. Zudem hat vor Kurzem ein deutsches Gericht den Fahrassistenten des Autobauers als „mangelhaft“ bezeichnet. Ein Fahrer eines Tesla Model 3 klagte über die erwähnten Phantombremsungen und wollte sein E-Auto zurückgeben. Tesla aber wollte nichts davon wissen und sagte, das Fahrzeug funktioniere einwandfrei. Bis sich ein unabhängiger Gutachter hinter das Steuer setze und nach mehreren Phantombremsungen die Testfahrten abbrach, weil er sie für zu gefährlich hielt. Tesla muss nun nachbessern, so das Gericht. Das KBA könnte hier bald sogar komplett aufs Bremspedal steigen und den Autobauer zum Rückruf zwingen.

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