O2 startet Mobilfunk-Tarif mit Satelliten-Unterstützung

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O2 startet in Deutschland den ersten Mobilfunktarif, der mit der Unterstützung von Satelliten daherkommt. Das soll eine jederzeitige Erreichbarkeit der Empfänger garantieren. Wir zeigen dir, was dahintersteckt.
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O2 startet einen neuen Tarif

O2 Telefónica bietet erstmals Mobilfunk-Vernetzung über Satelliten an. Im März startet die „Satellite IoT“-Tarifoption der Geschäftskundenmarke O2 Business. Damit will O2 die Kommunikation über klassische terrestrische und nicht-terrestrische Mobilfunknetze kombinieren. Es geht also um die Vernetzung von Mobilfunkmasten und Satelliten. Dabei geht es O2 nicht darum, dass der Geschäftskunde in Funklöchern alternativ zum Mobilfunk-Sendemast mit seinem Handy per Satellit telefoniert. Vielmehr geht es darum, IoT-Geräte wie Tracker und Sensoren auch in Gegenden mit schwachem Netzempfang und sogar Funklöchern zu versorgen. So kann eine lückenlose Versorgung und Überwachung gewährleistet werden.

Satellit ermöglicht flächendeckende Versorgung

O2 arbeitet dazu schon seit 2023 mit dem kalifornischen Unternehmen Skylo Technologies zusammen. Das ist jenes Unternehmen, mit dem auch die Deutsche Telekom jüngst in Griechenland gezeigt hat, dass es möglich ist, SMS über Satelliten zu schicken und zu empfangen. Jetzt erfolgt der Startschuss der Vermarktung für Geschäftskunden von O2 Business. Der „Satellite IoT“-Tarif ist das erste kommerzielle Produkt mit hybrider Konnektivität für NarrowBand IoT (NB IoT). Dass das Angebot über Satelliten zunächst in 34 Ländern weltweit zur Verfügung steht, macht deutlich, dass das Satelliten-Thema nicht ein primär deutsches Thema, sondern eher ein globales ist. Zum Einsatz kommt ein geostationärer Satellit.

Wichtig ist eine flächendeckende Abdeckung vor allem in der Schifffahrt, Logistik oder Forst- und Landwirtschaft. „Mit ‚Satellite IoT‘ eröffnen wir Unternehmen die Möglichkeit, ihre Standorte, Fahrzeuge und Sensoren auch in entlegensten Gegenden lückenlos zu vernetzen und so ihre Prozesse zu optimieren. Digitalisierung ist jetzt fast überall möglich – ohne großen Aufwand und hohe Kosten“, sagt Nikolaos Kalivianakis, verantwortlich für B2B Products, Marketing & Solutions bei O2 Telefónica.

Bei Schifffahrt und Logistik ist so möglich, den Standort von Containern und Paletten ab der Beladung auf dem Fabrikgelände bis zur Einschiffung am Hafen tracken. Auch bei der Ankunft in New York oder im brasilianischen Santos melden die Sensoren, wo sich die Ware befindet, heißt es von o2. Firmen könnten so beispielsweise kontrollieren und nachweisen, dass die Kühlkette während des kompletten, langen Transports ununterbrochen funktioniert hat. Gibt es auf dem Transportweg unzureichenden Empfang im terrestrischen Mobilfunknetz – was auf dem Ozean wahrscheinlich ist – springt die Verbindung automatisch auf die Satellitenvernetzung um. Landwirte könnte „Satellite IoT“ bei der digitalen Feldüberwachung unterstützen, indem IoT-Sensoren regelmäßig Daten zu Bodenfeuchtigkeit oder Temperatur liefern.

700 Euro pro Megabyte

Nach Angaben von O2 ist für „Satellite IoT“ kein weiteres Endgerät für die Verbindung mit dem Satelliten notwendig. Die SIM-Karte ist direkt in das jeweilige Gerät integriert. Über sie wird die direkte Verbindung zu den terrestrischen und nicht-terrestrischen Mobilfunknetzen hergestellt. Günstig ist die Nutzung per Satellit allerdings nicht. Die Nutzung des Satellitennetzes kostet 70 Cent pro Kilobyte. Das sind stolze 700 Euro pro Megabyte. Die terrestrischen Verbindungen in Deutschland und Europa kosten 10 Cent für 10 Megabyte pro Monat, beides ohne monatliche Grundgebühr. IoT-Geräte sind bei der Datenübertragung allerdings auch sehr sparsam.

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