Wie kann eine Airline, die in rund 37 Ländern vertreten ist, 235 Flughäfen anfliegt und mit der jedes Jahr fast 200 Millionen Menschen in den Urlaub fliegen, zum schlechtesten Unternehmen des Jahres gewählt werden? Wie kann der Verbraucherschutz einer der weltweit größten Airlines, die täglich rund 3.600 Flüge durchführt, massiven Betrug vorwerfen? Es gibt mehrere Gründe.
Urlaub mit dieser Airline? Verbraucherschutz warnt
Der spanische Verbraucherschutzverband Facua vergibt diesen Negativpreis bereits seit 2010. Jahr für Jahr prangert man damit schwerwiegende Missstände auf dem Markt an und weist auf Missstände hin. Der Billigflieger Ryanair war 2025 bereits zum fünften Mal für diesen Negativpreis nominiert. Doch in diesem Jahr hat die Airline ihn zum ersten Mal bekommen. Mit fast 40 Prozent aller Stimmen wählten Verbraucher Ryanair zum schlechtesten Unternehmen des Jahres. Doch warum? Und wieso sollte man mit Ryanair lieber nicht in den Urlaub fliegen?
→ Urlaub 2025: In diesen Ländern ist es am günstigsten
Ob ein Städtetrip oder ein längerer Urlaub: Ryanair nutzen deshalb so viele, weil die Fluggesellschaft mitunter die günstigsten Preise hat. Was häufig aber nicht klar ist: Zu dem, was man für die Flugtickets ausgibt, können viele Extra-Kosten hinzukommen – etwa für Handgepäck oder den Check-in am Flughafen. Mehr noch. Der spanische Verbraucherschutz wirft dem Billigflieger sogar Betrug vor.
Fluggesellschaft schuldet Reisenden Geld
„Im Fall von Ryanair handelt es sich um Betrug beim Handgepäckzuschlag, die Verweigerung der in den europäischen Vorschriften vorgeschriebenen Entschädigung bei Annullierung oder großer Verspätung von Flügen oder die Verweigerung der Entschädigung für verlorenes Gepäck“, erklärt Facua. Daher hat man die Kampagne „Dieser Milliardär schuldet Ihnen Geld“ gestartet, um den massiven Betrug des Unternehmens anzuprangern.
→ Urlaub: Neue Regel bei Bordkarten betrifft Millionen Reisende
Es ist nicht das erste Mal, dass der Billigflieger in der Kritik steht. Vor Kurzem hat bereits die spanische Regierung die miesen Handgepäck-Tricks sanktioniert und mehrere Airlines mit einer hohen Geldstrafe belegt. Betroffen war neben Easyjet, Vueling und Volotea auch Ryanair. Die Strafe: 150 Millionen Euro! Nach Ansicht des Ministeriums verstößt das Vorgehen der Billig-Airlines beim Handgepäck gegen das spanische Gesetz, weil Leistungen, die normalerweise im Ticketpreis inbegriffen waren, jetzt gesondert in Rechnung gestellt wurden.
