Der Dieselskandal ist immer noch nicht aufgearbeitet und schon bahnt sich die nächste Affäre an. Dieses Mal aber geht es um E-Autos und gleich vier weltweit agierende Hersteller, die Kunden getäuscht haben sollen. Behörden haben nun Durchsuchungen unter anderem bei VW und Tesla durchgeführt. Der Verdacht: Alle vier Autobauer könnten potenzielle Käufer ihrer E-Autos mit irreführenden Angaben zu ihren Modellen getäuscht haben. Ein VW-Sprecher hat nun bestätigt: Volkswagen kooperiert vollumfänglich mit den zuständigen Behörden.
E-Autos: Haben VW, Tesla und Co. die Wahrheit verschwiegen?
E-Autos laufen schleppend. VW kämpft dabei ebenso mit Problemen wie Tesla. Wobei die Gründe unterschiedlich sind. Während Tesla zunehmend ein Image-Problem hat, sind es bei Volkswagen eher die Entscheidungen, die der Konzern in den vergangenen Jahren getroffen hat und die VW nun dazu zwingen, Werke zu schließen und Mitarbeiter zu entlassen. Und als sei das noch nicht genug, sind die beiden Autobauer jetzt zusammen mit BYD und Stellantis in den Fokus der Wettbewerbshüter geraten.
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So hat die italienische Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde AGCM (Autorità Garante della Concorrenza e del Mercato) den Verdacht, dass VW, Tesla, BYD und Stellantis (dazu gehören unter anderem Fiat, Opel, Citroën und Peugeot) unlautere Geschäftspraktiken anwenden. Sie sollen potenziellen Käufern ihrer Stromer ungenaue oder widersprüchliche Informationen zur Reichweite der E-Autos liefern. Die Behörden werfen den Autobauern vor, auf ihren italienischen Internetseiten lediglich die offizielle WLTP-Reichweite zu nennen, ohne jedoch zu erklären, dass diese von vielen Faktoren abhängt. Dazu gehören etwa Geschwindigkeit und Temperatur. Zudem fehle die Angabe, wie sich die durchschnittliche Reichweite der E-Autos verringern kann und wie die Batterieleistung im Alterungsprozesse der Saft ausgeht.
VW und Stellantis kooperieren
Aufgrund dieses Verdachts hat die Behörde Ermittlung eingeleitet und die Geschäftszentralen von BYD, Stellantis, Tesla und Volkswagen in Italien durchsucht. Sollte sich der Verdacht im Laufe der Untersuchung erhärten, drohen Strafen von bis zu zehn Millionen Euro. Auf Nachfrage der Bild erklärt ein VW-Sprecher: „Volkswagen Group Italia nimmt die Untersuchung der italienischen Wettbewerbsbehörde zur Kenntnis und kooperiert vollumfänglich mit den zuständigen Behörden.“ VW unterstütze die Untersuchungen und stelle alle erforderlichen Informationen zur Verfügung, um eine Klärung der Sachverhalte zu gewährleisten. „Da das Verfahren derzeit läuft, können wir zu den Details der Untersuchung keine weiteren Angaben machen“, so der Sprecher.
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