Wer seinen Autoführerschein nach dem 1. Januar 1999 gemacht hat, darf mit der Klasse B Fahrzeuge bis zu einer zulässigen Gesamtmasse von 3,5 Tonnen fahren. Auch wenn der Traktor deutlich mehr wiegt und schon mal auf ein Gewicht von 5 Tonnen kommt, darf man als Autofahrer ohne weitere Führerschein-Prüfung ans Steuer. Schon bald aber soll die 4. Führerscheinrichtlinie in Kraft treten. Und mit dieser wird der Führerschein erweitert. Wer nur die Klasse B besitzt, darf dann auch andere Fahrzeuge fahren, die bis dato verboten sind.
Führerschein verändert sich und wird besser
Die umfassende Novellierung der EU-Führerscheinrichtlinie, auf die sich das Europäische Parlament und die Mitgliedstaaten kürzlich geeinigt haben, hat zur Folge, dass sich der Führerschein verändert. Einerseits etwa wird er digital, wodurch man die Plastikkarte zu Hause lassen kann. Ebenfalls wird die Klasse B erweitert. So dürfen alle, die einen Führerschein der Klasse B haben, bald Fahrzeuge fahren dürfen, die mehr wiegen, als die bislang zulässigen 3,5 Tonnen. Ab 2028 dürfen Autofahrer schwere Fahrzeuge mit einem Gewicht von bis zu 4,25 Tonnen fahren. Das eröffnet vor allem jenen neue Möglichkeiten, die Transporter oder größere Wohnmobile fahren möchten, es aber bislang nicht dürfen, da sie zu schwer sind. Doch es gibt einen Haken.
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Wie der ADAC erklärt, sieht die neue Richtlinie eine generelle Anhebung des zulässigen Gesamtgewichts zwar vor. Doch das gelte nicht für Fahrzeuge mit dem altbekannten Benzin- und Dieselmotor. Fahrzeuge, die mit alternativen Kraftstoffen betrieben werden, also etwa E-Autos, dürfen dann mit dem normalen Führerschein gefahren werden, auch wenn sie 4,25 Tonnen wiegen. Und das gilt auch für Transporter und Wohnmobile. Es soll aber noch eine Bedingung geben. Denn man darf Elektroautos und E-Wohnmobile mit diesem hohen Gewicht nur fahren dürfen, wenn man die Klasse B bereits seit 2 Jahren hat.
EU macht den Lappen digital
Mit der 4. Führerscheinrichtlinie wird auch der digitale Führerschein endlich Einzug halten. So soll es schon bald möglich sein, dass man seinen Führerschein nicht dabeihaben muss. Das Ziel ist, dass bei einer Polizeikontrolle oder bei der Autovermietung eine App auf dem Smartphone reicht. Darüber hinaus soll die Scheckkarte einen QR-Code anstelle des heutigen Chips bekommen, um den Führerschein fälschungssicherer zu machen.